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Europäische Kommission Möchte Entwicklungszeit von Normen verkürzen
ESU begrüßt Stärkung des europäischen Normungssystems

Normen geben den Menschen in Europa Sicherheit in allen Bereichen des täglichen Lebens, ob im Kinderzimmer, im Straßenverkehr, beim Sport oder auf dem Volksfest. Normen schützen Arbeitnehmer, ob in Büros, am Bau oder beim Aufbau auf dem Festplatz. Durch Normen können sich neue Technologien schneller am Markt durchsetzen, weil durch die Normung die wesentlichen Fragen der Sicherheit, der Verträglichkeit mit Gesundheit und Umwelt sowie der Gebrauchstauglichkeit und Zuverlässigkeit geklärt sind. Das schafft Vertrauen. Die Europäische Kommission möchte nun die Entwicklungszeit von Normen verkürzen. Die Europäische Schausteller-Union (ESU) begrüßt die Pläne aus Brüssel.
 

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 Die Fahrgeschäfte auf Europas Volksfesten unterliegen den höchsten Sicherheitsanforderungen.
Normung bedeutet nicht nur bei Industrieprodukten, sondern auch bei Dienstleistungen eine große Chance für wirtschaftliches Wachstum. Die aktuellen Vorschläge der Europäischen Kommission zur Stärkung des europäischen Normungssystems sehen daher auch Standards für Dienstleister vor. Auch die Entwicklungszeit von Normen soll sich verkürzen. Bislang brauchte die Entwicklung einer Europäischen Norm mehrere Jahre, sodass manche Normen den sich rasch weiterentwickelnden Technologien hinterherhinkten. Die EU-Kommission will die Entwicklung technischer und qualitativer Vorgaben für Produkte, Produktionsverfahren und Dienstleistungen beschleunigen. Die ESU steht hinter den Plänen der Europäischen Kommission. Präsident Albert Ritter verweist auf die hohen europäischen Sicherheitsstandards für Fliegende Bauten, die das Ergebnis einer jahrelangen konstruktiven Zusammenarbeit der europäischen Schaustellerverbände mit den Normungsbehörden sei. „Wir sind stolz auf das hohe Qualitäts¬und Sicherheitsniveau auf den Plätzen. Von daher werden wir uns auch in Zukunft für ein einheitliches europäisches Normsystem einsetzen“, betont Ritter und erteilt den Plänen von
Herstellern, die Sicherheitsnorm für Fahrgeschäfte abzuschaffen, eine deutliche Absage.
 

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 das Europäische Komitee für (CEN) ist eine der drei großen Normungsorganisationen in Europa.

 Anzahl einheitlicher Normen soll erhöht werden
„Ein dynamisches europäisches Normungssystem ist von wesentlicher Bedeutung, um Qualität und Innovation voranzubringen und Europas Rolle als weltweiter Wirtschaftsakteur zu stärken“, sagt Industriekommissar Antonio Tajani. Eine negative Folge der schleppenden Entwicklung europäischer Normen sei die Fülle inkompatibler nationaler Standards, die schlimmstenfalls zur Marktabschottung benutzt würden. Ziel der Kommission ist es vor allem, in jenen Wirtschaftszweigen die Anzahl einheitlicher Normen zu erhöhen, in denen Europa weltweit führend ist. Unterschiedliche Standards in den Mitgliedstaaten, etwa für Laptopkabel, seien aber auch für jeden Bürger ein konkretes Problem, betont Tajani. Die vorgestellte Strategie umfasst rechtssetzende Maßnahmen wie den Vorschlag für eine Verordnung zur Normung und Empfehlungen an Akteure des europäischen Normungssystems. EU-Ministerrat und Europäisches Parlament müssen den Plänen zustimmen, ehe sie, wie von der Kommission angestrebt, ab 2013 in Kraft treten können.

Dienstleistungsstandards in der Diskussion
Ein großer Schwerpunkt in dem von der Kommission am 1. Juni 2011 vorgelegten Entwurf für eine Verordnung, die drei bestehende Richtlinien ablösen soll, ist der Aufbau eines einheitlichen Normungssystems für Dienstleistungen. Obwohl die Dienstleistungsbranche der mit Abstand größte Wirtschaftssektor der EU ist, gibt es hier verglichen mit einer Fülle nationaler Normen bisher nur wenige EU-Standards, in erster Linie für das Transport-und Logistikgewerbe sowie das Postwesen. Vor allem für Unternehmen der Spitzentechnologie könnten Dienstleistungsnormen wirtschaftliche Vorteile bringen, da sie ihre Produkte häufig in Verbindung mit einem Wartungsservice verkauften, erklärte die Kommission.
Stichwort: Europäische Normen
Die Europäischen Normen (EN) sind Regeln, die von einem der drei europäischen Komitees für Standardisierung Europäisches Komitee für Normung (CEN), Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) oder Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) ratifiziert worden sind. Alle EN-Normen sind durch einen öffentlichen Normungsprozess entstanden. Einheitliche Europäische Normen haben in Europa technische Handelshemmnisse weitgehend beseitigt. Ein europäischer Binnenmarkt ohne technische Normen, die in allen Mitgliedsländern identisch sind, ist nicht funktionsfähig. Europäische Normen müssen von den CEN-Mitgliedsländern unverändert als nationale Normen übernommen werden. Deshalb ist es oft von marktentscheidender Bedeutung, dass die nationalen Interessen rechtzeitig und qualifiziert vertreten werden. So vertritt das Deutsche Institut für Normung (DIN) die Normungsinteressen Deutschlands als Mitglied im CEN und ist verantwortlich für ein Drittel der Gremien, die die Normen erarbeiten.