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Bargeld ist Freiheit!
ESU-Kommentar zur Diskussion um
die Abschaffung von Bargeld in Europa

In seinem 1948 erschienenen Roman „1984“ beschreibt der englische Schriftsteller George Orwells die düstere Vision eines totalitären Überwachungsstaats. Mit Hilfe von „Teleschirmen“ werden die Bürger von der „Gedankenpolizei“ kontrolliert und überall erinnern Plakate mit dem überlebensgroßen Gesicht des „Großen Bruders“ die Menschen an die allgegenwärtige Überwachung.

Orwells Bild vom „Großen Bruder“ hat massiv Konjunktur. So hat die EU-Kommission einen Plan vorgelegt, wie sie Bargeld-Zahlungen Schritt für Schritt einschränken will. Auf diesem Weg soll die Finanzierung von Terror und anderen Straftaten im Euro-Raum verhindert werden. Die Europäische Schausteller-Union ist strikt gegen eine solche Maßnahme. Für sie ist die Abschaffung von Bargeld ein Weg in die Totalüberwachung.

„Gegen die Pläne aus Brüssel ist das, was George Orwell in seinem Roman vermittelt, ein Klacks“, sagt ESU-Präsident Albert Ritter. Er befürchtet durch ein Bargeldverbot die totale Kontrolle des Staates über seine Bürger. Albert Ritter: „Wer bar bezahlt, behält eher den Überblick über seine Finanzen. Und er muss sich vor allem im Gegensatz zur elektronischen Zahlung keine Gedanken darüber machen, was mit seinen Daten passiert. Jede Taxifahrt, zum Beispiel, die per Kreditkarte bezahlt wird, hinterlässt elektronische Spuren; ein Weg hin zum gläsernen, überwachten Bürger.“

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Sollen demnächst Kinder auf der Kirmes die Karussellfahrt per Kreditkarte bezahlen?

 

Neben der Einschränkung von Freiheitsrechten und Privatschutz sieht die ESU durch ein Bargeldverbot auch die Schaffung einer stärkeren Abhängigkeit von Banken. ESU-Präsident Ritter: „Die weltweite Bankenkrise wurde in Deutschland nur deshalb relativ gut überstanden, eben weil die Bürger Bargeld hatten und mitsteuern konnten. In einer bargeldlosen Gesellschaft sind die Menschen im Falle einer Finanzkrise demjenigen hilflos ausgeliefert, der über die elektronische Kontrolle des Geldflusses verfügt. Wir wollen kein Spielball der Großbanken sein.“

Für die Europäische Schausteller-Union sind Bargeldzahlungen ein unverzichtbares Zahlungsmittel. Die Auswirkungen eines Bargeldverbotes auf den Volksfesten und Weihnachtsmärkten in Europa wäre fatal. Schon aus technischen Gründen ist der Einsatz von elektronischen Zahlungsmitteln auf den Plätzen nicht realisierbar.

Bargeld muss bleiben! Die von der EU Kommission langfristig angestrebte Abschaffung von Scheinen und Münzen wäre das Ende jeglicher finanziellen Privatsphäre.

Obergrenzen für Barzahlungen in Europa

Anders als in Deutschland, wo es derzeit noch keine Obergrenze für Barzahlungen gibt, haben viele Länder der Europäischen Union bereits heute eine Höchstsumme festgelegt. Spanien etwa untersagt Barzahlungen über 2.500 Euro. Und Italien hat bereits im Jahr 2011 Barzahlungen über 1.000 Euro verboten. In Griechenland gilt eine Grenze von 500 Euro für Zahlungen zwischen Firmen und eine Grenze von 1.500 Euro zwischen Firmen und Kunden, in Portugal liegt die Grenze für Firmen bei 1.000 Euro, in Belgien bei 3.000 Euro. Obergrenzen gibt es außerdem in Frankreich, Italien, Lettland, Slowenien und der Slowakei. 2016 hat die Europäische Zentralbank (EZB) angekündigt, dass die Produktion von 500-Euro-Scheinen eingestellt wird und diese großen Scheine langsam aus dem Verkehr gezogen werden.