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Europas Volksfeste sind gelebte Tradition

Von dem amerikanischer Verleger, Schriftsteller, Naturwissenschaftler, Erfinder und Staatsmann Benjamin Franklin (1706 – 1790) ist folgendes Zitat überliefert: „Tradition heißt nicht, Asche zu bewachen, sondern die Glut anzufachen.“
Europas Volksfeste sind gelebte Tradition. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Freizeitgestaltung, Orte des sozialen Miteinanders, stiften Identität und Integration. Hier werden regionale Bräuche gepflegt sowie Traditionen weiterentwickelt. Und diese Dynamik und Weiterentwicklung ist für die Zukunft des jahrhundertealten Kulturguts Volksfest und des europäischen Schaustellergewerbes – ganz im Sinne von Benjamin Franklin – unerlässlich.

Traditionen sind dynamisch
Das Wort Tradition kommt vom lateinischen Wort traditio und bedeutet das Übergeben, das Weitergeben der Kultur von einer Generation auf die nächste. Das Wort bezieht sich auf Gewohnheiten, die jemandem von zu Hause mitgegeben wurden. Tradition ist ein stärkeres Wort als Routine, Gewohnheit oder Brauch. Mehr als diese Wörter bezieht sich Tradition auf das Erbe, darauf, was Menschen weitergeben wollen, weil es für die kulturelle Identität eines Einzelnen oder einer Gesellschaft als wichtig empfunden wird. Traditionen kehren stets in einem festen, sich wiederholenden Muster wieder. Dadurch scheint es als ob Tradition einer Kontinuität, einer Unveränderlichkeit gleichkommt. Allerdings trifft dies überhaupt nicht zu: Traditionen sind dynamisch. Sie verändern sich mit der Zeit.

Wie stark Traditionen sich im Laufe der Zeit verändern können, ist am Beispiel der europäischen Volksfeste gut zu erkennen. Volksfeste haben in Europa eine jahrhundertealte Tradition und sind fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der großen und kleinen Städte und Gemeinden. Jährlich besuchen Millionen Menschen die europäischen Volksfeste und Weihnachtsmärkte. Die Verankerung kleiner und mittlerer Volksfeste in das örtliche und regionale Freizeit- und Kulturgeschehen hat für die Menschen einen besonderen Stellenwert.
Die gelebte europäische Volksfestkultur ist einmalig auf der Welt. Die Verknüpfung von Tradition und Moderne und ihr ständiger Wandel machen die europäische Volksfestkultur so lebendig. Umso wichtiger ist ihr Schutz!

esu

Die gelebte europäische Volksfestkultur ist einmalig auf der Welt

Volksfeste sind schützenwertes Kulturgut
Ein Hauptanliegen der Europäischen Schausteller-Union ist daher die kulturelle Anerkennung der Volksfeste. Hierzu wurden in der Vergangenheit bereits intensive Gespräche mit den zuständigen UNESCO-Kommissionen der EU-Mitgliedsstaaten geführt. Im Mittelpunkt stand dabei die Aufnahme der traditionellen europäischen Volksfeste in die Liste der immateriellen Kulturgüter der UNESCO. Hintergrund: Im Rahmen der Regelungsbefugnis der UNESCO gibt es neben dem materiellen Weltkulturerbe, zu dem in den Niederlanden u.a. die „Polderlandschaft Schokland“ oder in Deutschland der Kölner Dom gehören, die Möglichkeit, über die UNESCO auch immaterielle Kulturgüter schützen zu lassen.
Laut UNESCO sind nicht nur herausragende Bauwerke und Naturstätten schützenswert und für unsere Nachkommen zu bewahren. Kulturelle Vielfalt spiegelt sich auch in lebendigen Ausdrucksformen, wie zum Beispiel Festen, Bräuchen, Tänzen, Theater oder Musik.
Mit einer Anerkennung der Volksfeste als immaterielles Kulturgut durch die UNESCO wäre eine besondere Schutzfunktion verbunden. Es würde den Verantwortlichen damit gleichzeitig die Verpflichtung auferlegt, diesen Kulturgütern einen besonderen Bestandschutz zukommen zu lassen und alle ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einzusetzen, das geschützte Gut aktiv und dauerhaft zu sichern.

Immaterielles Erbe ist lebendiges Erbe. Es ist schwer, wenn nicht gar unmöglich, es zu konservieren oder zu restaurieren wie Denkmale, Archivmaterial oder Museumsstücke.
Um, wie es Benjamin Franklin formulierte, die „Glut anzufachen“ braucht lebendige Tradition Leidenschaft, Fantasie und Durchhaltevermögen – Voraussetzungen, die die Schausteller Europas Tag für Tag auf den Volksfesten mit Herzblut erfüllen.

esu

Unter dem Dach der Europäischen Schausteller-Union kämpfen die Schausteller für die Zukunft der Volksfeste