Berühmte Volksfeste in Europa
Heute: Die „Feria de Abril“ in Spanien
Über 30.000 Volksfeste in Europa ziehen jedes Jahr Millionen Menschen in ihren Bann. Wohl kaum eine andere Kultursparte erreicht ein so großes Publikum. Viele der Veranstaltungen haben eine jahrhundertealte Tradition In einer Artikelserie stellen wir im Komet berühmte europäische Volksfeste vor. Folge 7: Die „Feria de Abril“ in Spanien.
Die „Feria de Abril“, das traditionelle Frühlingsfest in Sevilla, ist eines der internationalsten und beliebtesten Volksfeste Spaniens. 1847 als Viehmarkt ins Leben gerufen, gewann der Volksfestcharakter im Laufe der Zeit immer mehr an Gewicht und verdrängte schließlich den Handelsteil. Für die Sevillaner ist die alljährliche Teilnahme ein Muss. Eine Woche lang werden die über Tausend Buden des Festgeländes für sie zum zweiten Zuhause. Dort treffen sie sich mit den zahlreichen Touristen und feiern gemeinsam bis in die Morgenstunden. Tanz und Lebenslust schaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Kein Wunder also, dass die Europäische Schausteller-Union in diesem Jahr vom 2. bis 5. Mai 2011 zum großen ESU-Treffen nach Sevilla einlädt (siehe Kasten).
![]() |
| Fahrgeschäfte locken jedes Jahr über 1,5 Millionen Besucher auf den Frühlingsmarkt von Sevilla. |
Offiziell beginnt die Fiesta montags um Mitternacht mit der „Lichterprobe“. Unzählige Glühbirnen und farbige Lampen erleuchten das Gelände und das fast 50 m hohe Haupttor in von Jahr zu Jahr wechselnden Anordnungen. Die auf dem Festgelände aufgestellten Buden und Hütten sind der Ort, wo während der Feria das tägliche Leben stattfindet. Die Buden gehören mehreren Partnern und verstehen sich als Treffpunkt für die Familie, wo Freunde, Verwandte und Gäste mit Regionalprodukten bewirtet werden, Wein trinken, singen, sich unterhalten und natürlich Sevillanas tanzen. Die gastfreundliche festliche Atmosphäre ist auch außerhalb der Festbuden zu spüren. Auf den Straßen wird getanzt und der offene Charakter der Sevillaner lädt alle Passanten zur Teilnahme ein.
Die Feria de Abril ist Spaß in Reinkultur. Zu jeder Tages- und Nachtzeit ist das Festgelände mit seinen Buden voller Menschen, die sich vergnügen wollen. In diesen Tagen tritt der fröhliche, offene Charakter der Sevillaner noch deutlicher hervor. Jeder Zeitpunkt ist geeignet, um an den angeregten Unterhaltungen teilzunehmen oder sich spontan einer Gruppe Flamencotänzer anzuschließen.
![]() |
| Während einer Woche lebt man in Sevilla nur für die "Feria de Abril". |
Während der Festtage tragen die Besucher die typisch andalusischen Trachten. Die Männer sind mit dem traditionellen Anzug der Bauern bekleidet und die Frauen tragen Rüschenkleider im Stil der Flamencotänzerinnen und Zigeunerinnen. Tagsüber ist das Festgelände von zahlreichen Männern und Frauen zu Pferd und reich geschmückten Kutschen bevölkert. An diesem so genannten „Paseo de Caballos“ kann man in einer gemieteten Kutsche mit Kutscher teilnehmen. Gleich neben dem Festgelände befindet sich die Calle del Infierno, eine belebte Vergnügungsgegend mit zahlreichen Fahrgeschäften für Kinder und Erwachsene sowie Ständen mit Getränken und Erfrischungen. Eine weitere Hauptattraktion sind die Stierkämpfe. Die Corridas auf der Plaza de la Maestranza sind jeden Nachmittag gut besucht. Und nach einer Woche ausgelassenen Feierns beendet das eindrucksvolle Feuerwerk sonntags um Mitternacht die Feria de Abril bis zum nächsten Jahr.


