„Unsere Volksfeste sind gelebtes europäisches Kulturgut“
ESU-Präsident Albert Ritter im Gespräch über die RUHR.2010
Im Dezember endete das Europäische Kulturhauptstadtjahr 2010. Das Zeugnis für die RUHR.2010 fällt nach fast 6000 Veranstaltungen positiv aus: „Die Idee der Kulturhauptstadt ist gelebtes Europa dank der Menschen und für die Menschen“, sagte etwa Jose Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, anlässlich der Bilanzpressekonferenz. Dieser Geist sei ein Jahr lang überall im Ruhrgebiet präsent gewesen. Einen „herausragenden Erfolg“ attestierten der Kulturhauptstadt auch Staatsminister Bernd Neumann, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sowie Vertreter aus den Städten und Landkreisen. Auch die Zahlen, die die RUHR.2010 GmbH als Veranstalter veröffentlichte, konnten sich sehen lassen: So war der Zuspruch der Bevölkerung groß. Insgesamt 10,5 Millionen Menschen besuchten die Veranstaltungen der Kulturhauptstadt - nicht nur als Zuschauer, sondern auch als Akteure.
Die RUHR.2010 GmbH hat es verstanden, das gesamte Ruhrgebiet in ihr Konzept einzubinden. Der einfache wie geniale Trick, den sie anwendete, hieß „Local Heroes“. Eine Woche lang durfte jede Kommune die Hauptrolle spielen - und dafür ein eigenes Programm entwickeln. Manche engagierten dafür Stars von außerhalb, andere bündelten ihre eigenen Kräfte. So wie die Städte Herne und Werne, die mit der Cranger Kirmes und der Sim-Jü zwei der traditionsreichsten Volksfeste im Revier präsentierten.
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Über die Bedeutung der RUHR.2010 für das Kulturgut Volksfest sprachen wir mit dem Präsidenten der Europäischen Schausteller-Union, Albert Ritter.
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| ESU-Präsident Albert Ritter |
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Was hat die RUHR.2010 für das Ruhrgebiet und seine Menschen gebracht? |
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| Die Ruhr.2010-Geschäftsführer Dr. Oliver Scheiytt und Fritz Pleitgen, Hernes Kulturdezernentin Gudrun Thierhoff und Präsident Albert Ritter (von links) auf der Cranger Kirmes. Foto: Kirsten Weber, Stadt Herne |
| Mit den Städten Herne und Werne haben sich zwei Kommunen als Local Heroes mit ihren Volksfesten präsentiert. RITTER: Es hat mich besonders gefreut, dass zwei Städte im Ruhrgebiet ihre Traditionskirmessen zu Local Heroes gewählt haben. Das ist auch ein Beleg für die politische Anerkennung und Verbundenheit der Kommunen mit ihren Volksfesten. Im Kulturhauptstadtjahr haben wir Schausteller den Besuchern aus aller Welt wieder einmal zeigen können, wie herzlich und fröhlich es bei uns zugeht. |
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| "Lokaler Held" 2010: Die Sim-Jü-Kirmes in Werne. Foto: Rainer Schulz |
| Die Europäische Schausteller-Union fordert seit Jahren die Anerkennung der europäischen Volksfeste als Kulturgut. Konnte die RUHR.2010 dieses Anliegen unterstützen? RITTER: Unsere Volksfeste sind gelebtes europäisches Kulturgut. Durch die beiden Veranstaltungen in Crange und Werne hatten wir die Möglichkeit, den Kulturschaffenden noch einmal die kulturelle Bedeutung der Volksfeste gerade in Nordrhein-Westfalen darzustellen. Es wurden viele Gespräche geführt und wertvolle Kontakte geknüpft. Mit dem Geschäftführer der RUHR.2010 GmbH, Fritz Pleitgen, haben wir für die Zukunft einen wichtigen Mitstreiter für unseren Kampf gewinnen können. |
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| Foto: RUHR.2010 GmbH |
| Welche Auswirkungen hat das Europäische Kulturjahr für die Entwicklung der Volksfeste? RITTER: Ich wünsche mir, dass all die anerkennenden Worte der Kulturschaffenden zur kulturellen Bedeutung der Kirmessen und Volksfeste in Europa auch tatsächlich nach 2010 Bestand haben werden. Und dass diese kulturelle Anerkennung und die Sicherung des Schaustellergewerbes auch weiterhin Unterstützung findet. |




